der beginn   meiner   recherche

Es regnete und ich stapfte mit der nassen Zeitung die Treppe hoch. Oben wartete ganz neugierig mein Kater auf mich. Er war erst seit wenigen Tagen bei mir. Ich legte die Zeitung auf den Boden, damit er was zu schnuppern hat und verräumte erst einmal meine Sachen, dann setzte ich mich zu ihm auf den Boden und wir spielten. Dabei öffnete ich die Zeitung, blätterte weiter und landete bei einem Artikel über den Trainer einer Fußballmannschaft. Der wohl eher untypische Punkt (neben der Tatsache, dass ich freiwillig einen Artikel über Fußball las) war, dass die Spieler ein Bein verloren und durch den Fußball schneller wieder ihren Weg der Akzeptanz gefunden hatten.
Dieser Artikel machte mich nachdenklich. Er stammte aus dem echten Leben und war nicht wieder nur der nächste Bericht über Corona.

Da fragte ich mich: Wie politisch ist Inklusion? Wer befasst sich damit? Wie gehen die Städte damit um? Welche gesetzlichen Regelungen bestehen bereits? Wofür muss noch stärker gekämpft werden?
Und da war es einfach, dieses Bauchgefühl, das mir sagte, dass ich mein Thema gefunden habe: Inklusion und Barrierefreiheit!

Doch meine Gedanken liefen weiter und ich merkte, dass ich eigentlich sehr wenig über die Hintergründe dieser Themen hatte. Wieso war das so? Wieso habe ich keinen Kontakt mit Menschen mit Behinderung bzw. Beeinträchtigung?

Während ich so in meiner Wohnung im 2. Stock lebe und es keinen Fahrstuhl gibt, bemerkte ich, dass ich eine prädestinierte Lebenssituation habe. Ich kann mich ohne Einschränkung durch die Welt bewegen, kann jede Stufe hochsteigen, jedes Gebäude betreten, jedes noch so schöne Gebäude betrachten. Ich kann mich frei entscheiden, habe zum Beispiel keinen „Vormund“ und kann jeden Job ausüben, den ich möchte.

Zu dem Zeitpunkt des Recherchestarts war ich hin- und hergerissen. Ich wusste, dass ich mein Thema gefunden hatte, doch etwas blockierte mich. Es fühlte sich ungut an, über etwas berichten zu wollen, von dem ich nicht betroffen bin. Welche Erfahrungen kann ich vorweisen? Keine! Leider muss man hier sagen, dass es vielen auch so geht und wieso soll ich mich selbst zurückhalten und von einem neuen Feld fernhalten, wenn ich einfach den ersten Schritt tun und andere mitnehmen kann! Nach diesem kleinen gedanklichen Arschtritt begann die Reise!

Eure Gedanken

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